Die Schiffswerft in Mělník an der Elbe - Bauort moderner Elbschiffe

tl_files/Bilder/_Hefte/h13_titel.pngHeft 13

 

Die Schiffswerft in Mělník an der Elbe - Bauort moderner Elbschiffe

 

Theodor Grötschel, Lubomír Melen

 

Erscheinungsjahr: 2011

 

Format: DIN A5, 124 Seiten, 91 Abbildungen, 10 Skizzen

 

8,00 €


 

Der "Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums e.V." setzt mit diesem neuen Heft Nr. 13 seine vor 40 Jahren begonnene Arbeit der Sicherung und Publizierung von kleineren aber bedeutenden Themen zur Elbschifffahrtsgeschichte erfolgreich fort. Gleichzeitig ist mit diesem Thema Neuland betreten worden: Erstmals wird ein grenzübergreifendes Projekt vorgelegt!

 

Die sehr guten Verbindungen zu tschechischen Schifffahrtshistorikern und selbstverständlich zur ČSPLO in den 1960er Jahren, leider 1974 unterbrochen durch die damaligen politischen Ereignisse, konnten nach der „Wende“ glücklicher-weise von beiden Seiten wieder aufgenommen werden. Hier gilt ein besonderer Dank dem langjährigen Mitglied unseres Vereins, Herrn Theodor Grötschel aus Breitenhagen. Er stellte nicht nur die Verbindungen aus damaliger Zeit wieder her, sondern entwickelte auch gleichzeitig zusammen mit Miroslav Hubert und Lubomír Melen diese nun vorliegende Thematik.

 

Die Arbeiten zur Geschichte der Werft in Mělník gestalteten sich besonders schwierig, da die Werft wenige Jahre nach der politischen Wende geschlossen werden musste. Ein „Werftarchiv“, wenn es denn überhaupt existierte, hat nicht überlebt. Daher mussten Zeitzeugen gefunden werden, die aus der Erinnerung heraus wichtige Hinweise geben konnten.

 

Das Bild der Elbschifffahrt nach 1945 ist in besonderem Maße durch die verschiedenartigen Schiffe der tschechoslowakischen „Elbe-Oder-Schiffahrts-Gesellschaft ČSPLO“ geprägt. Die Gesellschaft mit Sitz in Děčín hatte schon früh erkannt, dass eine Modernisierung der Flotte dringend notwendig wurde. Wie unter den damaligen politischen Gegebenheiten üblich, wurde zum Bau der neuen Schiffe eine leistungsfähige Bauwerft bestimmt. In diesem Fall fiel die Entscheidung zugunsten der Schiffswerft in Mělník. So begann zunächst der Neubau von Heckrad- und Motorschleppern.

 

Die bereits in den westeuropäischen Staaten begonnene Entwicklung von selbstfahrenden Motorgüterschiffen führte auch in der damaligen ČSSR zum Umbruch. Daher baute die Werft in Mělník neu entwickelte und in ihren Abmessungen dem Elbstrom angepasste „Selbstfahrer“. Diese zeichneten sich durch einen möglichst gleichlastigen Tiefgang bei guter Tragfähigkeit aus. Die Frachtschiffe, nicht nur für die ČSPLO sondern auch für mehrere westdeutsche Reeder gebaut, sind noch heute auf allen Wasserstraßen Europas zu finden.

 

Einen weiteren Meilenstein setzte die Werft in Mělník mit der Entwicklung und dem Bau von Schubschleppern in großen Serien, wie sie bisher auf keiner Werft zu finden sind. Auch sie sind speziell den Schifffahrtsverhältnissen auf der Elbe angepasst und prägen noch heute zusammen mit den Motorgüterschiffen das Bild der Elbschifffahrt zwischen Hamburg und den tschechischen Häfen.

 

Rückblickend kann festgestellt werden, dass auf der Werft in Mělník am Zusammenfluss von Elbe und Moldau im Verlaufe von nur 42 Jahren eine der größten Serien von Binnenschiffen entstanden ist.

 

Eine besondere Verbindung zu Lauenburg stellt das letzte in Mělník gebaute Schiff, der Tanker CHRISTOPH BURMESTER, dar. Dieses ist nicht nur eine besondere Referenz an den bedeutsamen Lauenburger Reeder sondern gleichzeitig über Grenzen hinweg das verbindende Glied historischer Forschungsarbeit zur Elbschifffahrtsgeschichte.

 

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