Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland

Die Restaurierung des Raddampfers "KAISER WILHELM" wird durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Zuwendung aus Mitteln der Denkmalpflege - Denkmalschutzsonderprogramm IV der Beauftragten für Kultur und Medien (KBM) - für den Raddampfer "KAISER WILHELM" in Lauenburg.

Übergabe des Förderungsbescheids

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Sanierungsmaßnahmen 2014

Der KAISER WILHELM mit seinem Baujahr 1900 zählt heute zu den bedeutendsten erhaltenen Raddampfern in Deutschland. Nach nunmehr beachtlichen 114 Betriebsjahren sind jedoch dringend Sanierungsmaßahmen erforderlich, um dieses betriebsfähige Denkmal langfristig als ein Dokument vergangener Schiffbautradition zu erhalten.

Im Frühjahr 2014 wurden auf der Lauenburger Hitzler Werft mit Fördergeldern aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV 2013 in einem ersten Schritt umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ausgeführt. Einerseits muss die weitestgehend originale Bausubstanz ertüchtigt werden, anderseits soll der Schiffsbetrieb den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Als reguläres Fahrgastschiff unterliegt das Schiff der Verordnung über die Schiffssicherheit in der Binnenschifffahrt unter Aufsicht der Zentralen Schiffsuntersuchungskommission. Zudem ist das Schiff in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen und steht somit unter Denkmalschutz. Betrieben wird das Schiff für historische Elbfahrten durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseum. Diese drei Eckpfeiler galt es, bei dieser Maßnahme zu vereinen.

Die Hauptarbeiten galten dem Stahlbau des Schiffskörpers und der Radkästen im Mittschiffsbereich. Zwischen Kombüse und Kesselraum wurden großflächig Bodenplatten, Bordwände und die Unterkonstruktion der Radkästen nach heutigen Fertigungsmethoden und unter Beibehaltung der originalen Struktur ausgetauscht. Die eigentliche Herausforderung war die Anpassung des Schiffsbetriebes an die heutigen Vorschriften unter denkmalgerechten Aspekten. Aus Brandschutzgründen wurden in der Kombüse feuerhemmende Materialen verwendet und die Treppe neu aus Stahl mit Holzverkleidung gebaut. Es wurden Fäkalientanks eingebaut, um die Abwasser an Land zu entsorgen. Die originale Dampfmaschine mit dem kohlegefeuerten Dampfkessel bleibt unverändert, jedoch muss das Stromkonzept dem heutigen Verbrauch angepasst werden. Die Grundlast wird wie früher über einen angehängten Wellengenerator und einen historischen Dampfmotor mittels Pufferbatterien sichergestellt. Da diese Leistung aufgrund neu installierter Technik (Fäkalienentsorgung und Kombüseneinrichtung) nicht mehr reicht, wurde zusätzlich für die Spitzenlast ein gekapselter Hilfsdiesel installiert. Mit diesem Konzept werden die Ansprüche der Untersuchungskommission, des Denkmalamtes und des Betreibervereins berücksichtigt. Dem Fahrgast wird auch weiterhin unverfälscht ein Reisen wie vor 100 Jahren vermittelt.

Text: Andreas Westphalen, Hamburg