Fotos: J. Wiese
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| Schottischer Kessel | Blick in die Wendekammer | Vorderansicht | Kesselzeichnung |
Ohne Dampf dreht keine Dampfmaschine,
deshalb wurde auch ein Dampfkessel in die Maschinensammlung aufgenommen.
Es handelt sich um einen in der Binnenschifffahrt gebräuchlichen
2-Zug-Flammrohrkessel, auch Schottischer Kessel genannt. Derselbe wird
entsprechend Kesselgröße und zu erzeugender Dampfmenge mit 1 – 4 Flammrohren
ausgerüstet. Die Flammrohre (1. Zug) werden allgemein gewellt ausgeführt,
um die Oberfläche zum umgebenden Wasser zu vergrößern und um Wärmedehnungen
des Rohres aufzunehmen. Das Flammrohr ist ca. in der Mitte durch ein bis zum
Ende durchgehendes Rost geteilt. Das Rost wird oberhalb vom Heizer durch
die Feuertür, im Foto 3 geöffnet, mit Kohle beschickt. Unterhalb
des Rostes befindet sich der Aschefall der stirnseitig mit einer Klappe,
unterhalb der Feuertür auf Bild 3 zu sehen,
verschließbar ist und mit der auch die Verbrennungsluftzufuhr durch das Rost je
nach Klappenöffnung geregelt werden kann. Am Rostende schließt sich die Feuerbrücke
an, gemauerte Erhöhung auf Bild 2, die beim Beschicken des Rostes mit Kohle ein Durchwerfen bis in den
Wendekammerboden in Bild 2, verhindern soll, ferner soll sie durch die Verengung des
Querschnittes die Verbrennungsgase für einen vollkommenen Durchbrand besser
vermischen. Die Wendekammer ist am hinteren Ende des Kessels eingebaut
und allseitig von Wasser umgeben. In der Wendekammer werden die Verbrennungsgase
nach oben geleitet und dann durch eine Vielzahl von Rauchrohre (2. Zug,
siehe Bild 1 u. 2)
zurück zur vorderen Kesselstirnseite geschickt, siehe Bild 3. Vor der Kesselstirnseite
befindet sich die Rauchkammer, welche die Verbrennungsgase nach oben in
den Schornstein leitet. Am Schornsteinfuß befindet sich die Schornsteinklappe,
mit deren Einstellung ebenfalls die Verbrennung und somit die Dampferzeugung
geregelt werden kann.
Die Rauchkammer hat stirnseitig Rauchkammertüren
zwecks Säuberung des Kammerbodens und um die Rauchrohre mit einer stählerner Rohrbürste
von Sott und Ruß täglich zu säubern.
Wie bereits gesagt, steht der Schornstein allgemein mit seinem
ganzen Gewicht auf der Rauchkammer. Wehe die Rauchkammer beginnt zu rosten und
das Blech wird weich - dann steht der Schornstein schief.
Der Museumskessel stammt aus dem Fährdampfer BAD SCHANDAU I und wurde zusammen mit der Schiffsmaschine erworben. Der
Kesselbetriebsdruck beträgt 10bar, er hat 1 Flammrohr ohne Wellung, 70
Rauchrohre und eine Heizfläche von 34,8m².
Auf dem Raddampfer KAISER WILHELM steht ebenfalls ein
schottischer Kessel mit 2 Flammrohre, 12bar Betriebsdruck, 95 Rauchrohre
und einer Heizfläche von 60m².
Wenn Sie Lust und Interesse haben, können Sie gern mal mit
den erfahrenen Heizern des Dampfers zusammenarbeiten. Informieren Sie sich dann
bitte unter „Kontakte“ auf dem Navigator dieser Webseite bei „Maschine“.